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Die analogen Stromzähler, die mittlerweile noch in fast allen Haushalten installiert sind, sind das beste Beispiel dafür, dass manche Technik über Generationen hinaus noch gut funktioniert. Das neue Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende verbannt in Zukunft die kleinen schwarzen Kästen aus den Kellern der deutschen Wohngebäude. Digitale Stromzähler halten nach und nach Einzug und übermitteln die Werte zukünftig eigenständig.

Dass unsere Zukunft nach und nach immer mehr der Digitalisierung unterliegt, dürfte schon lange kein wirkliches Geheimnis mehr sein. Wir sprechen über unser Handy mit Freunden am anderen Ende der Welt, können das Wetter besser als je zuvor vorhersagen und leben in Smart-Homes, die sogar speichern können, wie viel Wasser pro Toilettengang verbraucht wird. Diese Technik findet in immer mehr Bereichen Anwendung, seit neuestem auch bei der Verbrauchsmessung mit einem digitalen Stromzähler. Was sich dadurch ändert und wie man sich die kleinen digitalen Helferlein optimal zu Nutze macht, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was kann ein digitaler Stromzähler besser als ein analoger?

Die alten, analogen Stromzähler, oftmals benannt nach ihrem Erfinder Galileo Ferraris, hatten lediglich eine Aufgabe: Mittels des Induktionsprinzips drehte sich durch den Leiterstrom und die zugehörige Spannung zwischen Außen- und Neutralleiter die Aluminiumscheibe in der Mitte. Durch die Drehgeschwindigkeit wurde der Stromverbrauch errechnet (diese Drehungen sieht man übrigens von außen auf den Zählern, da die Aluminiumscheibe eine Markierung hat). Umso schneller die Scheibe dreht, umso mehr Strom wird folglich verbraucht. Mit einem Ferraris-Zähler ist übrigens sowohl die Erfassung von Einphasen- als auch Dreiphasenstrom möglich.

Die digitalen Stromzähler verfügen nicht mehr über eine Mechanik, über deren Funktion der Stromverbrauch ermittelt wird. Das sorgt zum einen dafür, dass es so gut wie keine Toleranzen in den Messergebnissen gibt, zum anderen sind digitale Stromzähler deutlich wartungsärmer.

Doch wie genau funktioniert die Verbrauchsmessung? In den digitalen Stromzählern sind verschiedenste hochentwickelte elektronische Bauteile integriert: Sensoren, Widerstände und Spulen. Die von den Bauteilen eingesammelten Messwerte werden via elektronischer Schaltung auf dem digitalen Display als Zählerstand angezeigt – in Echtzeit, auf die einzelne Kilowattstunde genau. Im Gegensatz zu den analogen Zählern können auch über Jahre hinweg keine mechanisch bedingten Schwankungen auftreten. Digitale Stromzähler sind somit um einiges genauer bei der Messung!

Noch mehr Möglichkeiten mit dem Smart Meter

Weiter führen noch die Vorteile eines sogenannten Smart Meters: Bei diesem Prinzip kommt zum digitalen Stromzähler ein Kommunikationsmodul hinzu, das den digitalen Stromzähler zu einem intelligenten Messsystem macht. Das ermöglicht dem Verbraucher, Zählerstände zusätzlich zur Messung auch zu speichern. So hat man als Mieter oder Eigentümer jederzeit einen haargenauen Überblick über den eigenen Stromverbrauch.

Das Smart Meter ist zudem intuitiv vernetzt und übermittelt als so bezeichnetes „Gateway“ auf digitalem Wege die gemessenen Verbrauchswerte direkt an den gewählten Stromlieferanten sowie den zuständigen Netzbetreiber. Der größte Vorteil: Offizielle Besuche zum Ablesen der digitalen Stromzähler werden somit in der Zukunft komplett überflüssig.

Digitale Stromzähler und intelligente Messsysteme werden zur Pflicht

Die Einbaupflicht von intelligenten Messsystemen (Smart Meter) betrifft zum jetzigen Zeitpunkt (Jahr 2020) im privaten Bereich vor allem die folgenden Gruppen von Stromnutzern:

  • Der Stromverbrauch des Haushaltes liegt bei mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr
  • Es wird eine stromerzeugende Anlage (beispielsweise Photovoltaik auf dem eigenen Dach) betrieben, die über eine installierte Leistung von mehr als 7 Kilowatt (kW) verfügt

Entschieden wird dabei nach dem Durchschnittsverbrauch der letzten drei Jahre. Übersteigt dieser Durchschnittswert die 6.000 kWh nicht, ist die Installation eines intelligenten Messsystem als optional zu verstehen. Dies bedeutet, dass der Betreiber selbst frei darüber entscheiden kann, ob er umrüsten möchte oder nicht. Seit dem 24. Februar 2020 müssen Messstellenbetreiber (in der Regel Eigentümer und Haushalte) sonst mit dem Einbau der neuen Geräte beginnen.

Diejenigen Haushalte, die zumindest von der Installation eines Smart Meters verschont bleiben, bekommen jedoch dennoch einen regulären digitalen Stromzähler. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beinhaltet nämlich den flächendeckenden Einbau der digitalen Stromzähler bis zum Jahr 2032. Schon viele Verbrauchsstellen erhielten bereits vom zuständigen Netzbetreiber eine Ankündigung für den Tausch, bei einigen wurden bereits digitale Zähler umgerüstet.

Auch nicht unwichtig: Wer einen Neubau oder eine ausschweifende Renovierung der eigenen vier Wände plant, muss ebenfalls sofort auf digitale Stromzähler umrüsten.

Anfallende Kosten für digitale Stromzähler

Wichtig ist dabei zu beachten: Wer unter die Pflicht zum Einbau fällt, muss die dafür entstehenden Kosten selbst übernehmen. Das könnten zum einen einmalige Kosten für einen neuen, passenden Zählerschrank sein, als auch die Kosten für den Stromzähler an sich, die sich pro Jahr bis auf 100 Euro belaufen können. Da jedoch die angesetzten 6.000 Kilowattstunden deutlich den Verbrauch eines normalen 4-Kopf-Familien-Haushaltes übertreffen dürften, werden wohl die meisten privaten Haushalte die Pflicht zur Aufrüstung umgehen können.

Durch den Gesetzgeber wurde zudem eine Deckelung von jährlichen Kosten beschlossen, damit die finanziellen Aufwände nicht zu große Löcher in die Haushaltskassen der privaten Haushalte reißen. Das zuvor genannte Beispiel eines Vier-Personen-Haushaltes soll somit mit maximal 40 Euro jährlichen Kosten belastet werden, ein digitaler Stromzähler darf unabhängig vom Verbrauch übrigens bis zu 20 Euro im Jahr kosten.

Die Tragik an diesen Maßnahmen: Obwohl jährliche Mehrkosten entstehen, können sich Verbraucher nicht gegen beschlossene Installationen wehren, da diese als gesetzlich auferlegte Verpflichtung verstanden werden. Eventuell anfallende Umbaukosten am Stromkasten können zudem gleich mit mehreren hundert Euro zu Buche schlagen, die ebenfalls zu der Verantwortung des Verbrauchers gehören, bei dem der digitale Stromzähler installiert wird.

Diese Daten erfassen digitale Stromzähler

Im Zuge der gestiegenen Digitalisierung auch überall im Gespräch: Die allgemein gültige Sorge um den Datenschutz. Überall dort, wo Daten gespeichert und eindeutig einer Person zugeordnet werden können, machen sich natürlich auch einmal Bedenken über deren Verwendung breit.

Genau dieser Sachverhalt wurde auch bei der Datenspeicherung und vor allem deren Weitergabe an dritte beteiligte Parteien berücksichtigt. Die Smart Meter geben somit nicht sofort alle Daten preis, die sie abspeichern. Ein Großteil bleibt der internen Verwendung zu Hause vorenthalten, beispielsweise Vergleichswerte und Aufsummierungen über bestimmte Zeiträume. Lediglich die Jahressummen, die sowieso dem Netzbetreiber auch schon mit analogen Stromzählern zur Verfügung gestellt werden mussten, werden automatisch übermittelt. Das macht, wie schon zuvor genannt, des Vor-Ort-Besuch des Ablesers überflüssig.

Lediglich bei einem Jahresverbrauch, der 10.000 Kilowattstunden übersteigt, greifen andere gesetzliche Voraussetzungen. Hier hat der Energieversorger bzw. Netzbetreiber sogar das Recht, von den Smart Metern einen täglichen Verbrauchs- bzw. Einspeisenachweise zu erhalten. Dies macht wiederum jedoch auch Sinn, wenn Einspeisungen der eigenen Stromerzeugung ins Netz eingespeist wird und macht sich bei einer Abrechnung transparent positiv bemerkbar.

Problematisch sind die Datenschutzbedenken aus dem Grund, dass sich aufgrund der exakten Werte theoretisch Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten der Verbraucher ziehen lassen könnten. Diese Daten unterliegen jedoch einer genauen Prüfung der Verbraucherzentrale, denen diese sensiblen Übermittlungen natürlich präsent sind. Das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende sieht deshalb auch einen besonders hoch angesiedelten Schutz eben dieser Daten vor, insofern sich ein Missbrauch auch technisch vollständig vermeiden lässt.

Vorteile eines digitalen Stromzählers mit Smart Meter

Die Vorteile überwiegen jedoch klar: Allein schon die Transparenz des Stromverbrauchs sorgt für bedingungslos ehrliche Abrechnungen. Zudem hat der Verbraucher jederzeit einen eindeutigen Einblick über den momentanen Verbrauch und kann diesen sogar über Jahre hinweg miteinander vergleichen. Das sorgt besonders bei der Verhandlung mit dem Stromversorger oftmals für niedrigere Kosten für den Stromverbrauch, da eindeutig nachgewiesen kann, in welchem Zeitraum wieviel Verbrauch angefallen ist.

Diese detaillierte Betrachtung kann sich selbstverständlich gut auf den Abschlag auswirken, der zu zahlen ist – und sorgt am Ende des Jahres wiederum für Kostenersparnisse.